Bürger:innenantrag zur Offenlegung des Beverbachs in der Viktoria- und in der Oppenhoffallee
„Der Dürresommer macht den Bäumen in der Stadt weiterhin schwer zu schaffen. Der Aachener Stadtbetrieb bittet die Bürgerinnen und Bürger daher um Unterstützung beim Wässern.“
Was die Aachener Zeitung vor drei Jahren schrieb, hätte sie auch in diesem Sommer schreiben können. Gerade im dicht bebauten Frankenberger Viertel wurde und wird von vielen beobachtet: Wassermangel schadet den Bäumen, so auch in der Oppenhoffallee und in der Viktoriaallee.
Eine einfache Idee für Abhilfe
Eine einfache Idee gibt es, um Abhilfe zu schaffen: Entnimmt man dem Beverbach einen Teil seines Wassers, leitet es mit einer Rohrleitung durch die Drimbornstraße und die Bismarckstraße bis zur Viktoriaallee und führt es ab dort in einem offenen Gerinne durch die Alleen. Über Sickerrohre könnten die Bäume so direkt bewässert werden. Der offene Bachlauf würde die Alleen gestalterisch aufwerten und Jung bis Alt die Möglichkeit geben, Wasser in der Stadt zu erleben. Viele unterstützen daher diese Idee.
Berichterstattung und Bürgerantrag
Die Aachener Zeitung berichtete in der Ausgabe vom Dienstag, 06.01.2026 ausführlich über das Projekt.
Die „Projektgruppe Aachener Bäche ans Licht“ und die Grünen im Frankenberger Viertel sammelten im vergangenen Jahr mehr als zweitausend Unterschriften für einen Bürgerantrag zur Offenlegung des Beverbachs im Frankenberger Viertel. Diese wurden am 17.12.2025 in der Ratssitzung Herrn Oberbürgermeister Michael Ziemons übergeben.
Grundzüge des Projektes
Der Beverbach wird an der Oberen Drimbornstraße in einen unterirdischen Bachkanal geleitet. Auch in trockenen Sommern führt der Bach vor dem Einlaufbauwerk noch Wasser. Ein Teil dieses Wassers könnte von diesem Bauwerk aus in einer Gefälledruckleitung bis ins Zentrum des Frankenberger Viertels geführt werden – durch die Drimbornstraße, weiter durch die Bismarckstraße bis zur Viktoriaallee.
An der Kreuzung Bismarckstraße / Viktoriaallee wird das Wasser an die Oberfläche geleitet und fließt auf dem Mittelstreifen der Viktoriaallee in einem neu angelegten Gerinne in Richtung Oppenhoffallee. An der Kreuzung wird das Wasser durch eine kurze unterirdische Rohrleitung auf die Mittelinsel der Oppenhoffallee geleitet, wo es in einem offenen Gerinne zwischen den Baumreihen bis zur Kreuzung mit der Brabantstraße fließt.
Dort wird das Beverbachwasser in den vorhandenen Wurmkanal geleitet. Vom Beverbachgerinne könnten Sickerrohre abzweigen. Durch sie soll Wasser zu den Alleebäumen geleitet werden und diese bewässern.
Aktueller Stand und nächster Schritt
Die Stadt Aachen hat die Verlegung der Druckleitung in der Bismarckstraße bereits beschlossen. Diese soll im Zuge der laufenden Umgestaltung der Bismarckstraße umgesetzt werden. Anschließend könnte das noch fehlende Rohrleitungsstück in der Drimbornstraße verlegt werden – im Zusammenhang mit der Erneuerung der Bahnunterführung durch die Deutsche Bahn AG und der Verlegung weiterer Versorgungsleitungen durch die Regionetz GmbH.
Ausblick: Konzeptstudie und politische Unterstützung
Die Initiative „Aachener Bäche ans Licht“ würde begrüßen, wenn die beschriebenen Grundzüge des Projektes in einer interdisziplinären Konzeptstudie vertieft würden: hydraulische Bemessung, Ausgestaltung und Anordnung des Gerinnes sowie der Baumbewässerung.
Aachener Bundestagsabgeordnete haben sich bereits in der vergangenen Legislaturperiode in Berlin für die Offenlegung des Paubaches eingesetzt, so dass aus dem Klimafond eine 100%ige Förderung für dieses Projekt gewährt wurde.
Nunmehr haben wir auch die aktuellen Bundestagsabgeordneten für Aachen gebeten, sich in Berlin für die Offenlegung des Beverbachs in der Viktoria- und Oppenhoffallee einzusetzen.
Gerade dieses Projekt kann durch die Bewässerung der unter sommerlicher Wasserknappheit leidenden Bäume zur Vitalisierung und Temperaturreduzierung beitragen – und damit das Klima im Frankenberger Viertel nachhaltig verbessern.