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Kunst & Kultur

Das Projekt ACCEPT ART greift eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung auf: die psychosoziale Stabilisierung, Teilhabe und Integration von geflüchteten Erwachsenen in unserer Gesellschaft. Viele Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, haben nicht nur ihre Heimat verloren, sondern stehen auch hier vor erheblichen Belastungen – etwa durch Unsicherheiten im Aufenthaltsstatus, soziale Isolation, Sprachbarrieren, Diskriminierungserfahrungen und fehlende psychosoziale Unterstützungsangebote.

Besonders außerhalb akuter Trauma-Behandlungen bestehen große Versorgungslücken für Menschen, die psychisch stark belastet sind, jedoch keine formelle psychiatrische Diagnose erhalten. Genau hier setzt ACCEPT ART an.

Unser Ansatz: Kunsttherapie trifft ACT

ACCEPT ART verbindet kunsttherapeutische Gruppenangebote mit Elementen der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). ACT ist ein achtsamkeits- und wertebasierter Ansatz, der Menschen darin unterstützt, schwierige innere Erfahrungen anzunehmen, persönliche Werte zu klären und handlungsfähig zu bleiben.

In einem geschützten, kultursensiblen und nicht-stigmatisierenden Rahmen eröffnen wir geflüchteten Erwachsenen einen niedrigschwelligen Zugang zu:

  • kreativem, nonverbalem Ausdruck
  • stärkenden Beziehungserfahrungen in der Gruppe
  • achtsamkeitsbasierten Übungen
  • ressourcenorientierter Reflexion
  • der Entwicklung persönlicher Werte und Zukunftsperspektiven

Kunst bietet dabei einen besonderen Zugang: Sie ermöglicht Ausdruck jenseits sprachlicher Grenzen und schafft Räume, in denen Selbstwirksamkeit, Sinn und neue Perspektiven erfahrbar werden können – gerade für Menschen, die (noch) keinen anderen Zugang zur Verarbeitung belastender Erfahrungen finden.

Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an erwachsene Menschen mit Fluchterfahrung, die sich nach ihrer Ankunft in Deutschland psychisch belastet, orientierungslos oder isoliert fühlen – unabhängig von einer psychiatrischen Diagnose.

Angesprochen werden insbesondere Personen, die durch klassische Beratungs- oder Therapieangebote bislang kaum erreicht werden.

In Aachen kooperieren wir mit Einrichtungen, die geflüchtete Menschen betreuen – darunter Unterkünfte, Beratungsstellen und gemeinwesenorientierte Träger.

Langfristig soll das entwickelte Modell auch weiteren Zielgruppen zugutekommen, etwa Menschen mit Migrationsgeschichte, die infolge von Diskriminierung oder sozialer Isolation psychisch belastet sind.

Konkrete Umsetzung

ACCEPT ART wird in Aachen, Essen, Köln und Bonn durchgeführt. Die Förderung für Aachen stellt eine Teilförderung des Gesamtprojekts dar und ist ausschließlich für den Standort Aachen vorgesehen. Für die weiteren Standorte werden Fördermittel bei lokalen Mittelgebern beantragt.

Für Aachen sind konkret geplant:

  • 10-wöchige kunsttherapeutische Gruppen
  • jeweils 6 Teilnehmende pro Gruppe
  • Umsetzung von 6 Gruppen am Standort Aachen
  • Durchführung durch qualifizierte Kunsttherapeut:innen
  • enge Kooperation mit lokalen Einrichtungen zur Teilnehmendengewinnung
  • Einsatz kreativer, sprachsensibler und ressourcenorientierter Methoden
  • begleitende wissenschaftliche Evaluation
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Sichtbarmachung und Entstigmatisierung psychischer Belastungen
  • Wissenschaftliche Begleitung und nachhaltige Perspektive

Das Projekt ist Teil einer Dissertation an der Universitätsmedizin Essen und wird wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, die Wirkung des Angebots systematisch zu untersuchen und ein übertragbares Präventionsmodell zu entwickeln.

Langfristig soll ACCEPT ART als innovatives, niedrigschwelliges und kultursensibles Unterstützungsangebot etabliert werden – für eine solidarischere, psychisch gesündere und kulturell vielfältige Gesellschaft.

Das Projekt wird durch den Fonds auf Augenhöhe gefördert – Wir danken der Dachstiftung für individuelles Schenken!

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Kontakt

Ansprechpartner
Christina Vedar