Projektabschluss: Kraftquelle psychische Resilienz – Ein geschützter Raum für Stärke und Verbundenheit

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Von März 2025 bis Februar 2026 wurde das Projekt „Kraftquelle psychische Resilienz“ zu einem besonderen Ort der Begegnung, des Austauschs und der inneren Stärkung. In insgesamt sechs Workshops begleiteten die beiden ukrainischen Psychologinnen Olga Lykhodyi und Julia Kondrashova geflüchtete Frauen aus der Ukraine auf ihrem Weg zu mehr psychischer Stabilität im Alltag. Mehr als 70 Frauen haben an dem Angebot teilgenommen – viele von ihnen auf der Suche nach Orientierung, Halt und einem geschützten Rahmen, um über das Erlebte sprechen zu können.

Wissen, das stärkt – in der eigenen Sprache

Ein zentrales Anliegen des Projekts war eine kultursensible Herangehensweise. Die Workshops fanden in der Muttersprache der Teilnehmerinnen, Ukrainisch, statt. Das schuf Vertrauen und die Möglichkeit, auch komplexe seelische Prozesse verständlich zu erklären.
Im Mittelpunkt standen grundlegende Themen rund um Trauma und Resilienz:
Was passiert mit Körper und Seele in Krisenzeiten?
Warum reagieren wir manchmal anders, als wir es von uns kennen?
Und vor allem: Was kann jede Einzelne konkret tun, um sich selbst zu stabilisieren?
Neben theoretischem Hintergrundwissen wurden ganz praktische Strategien vermittelt. Die Frauen entwickelten ihren persönlichen „Notfallkoffer“ für schwierige Momente, übten Selbstmitgefühl und stärkten sich gegenseitig durch Austausch und Solidarität. Besonders spürbar wurde dabei immer wieder: Gemeinschaft ist eine Kraftquelle.

Große Nachfrage, tiefe Wirkung

Von Beginn an war die Nachfrage enorm. Viele Frauen berichteten, dass es ihre erste Gelegenheit war, in einem sicheren Rahmen über ihre psychischen Belastungen zu sprechen – ohne bewertet zu werden, mit echtem Verständnis und Anteilnahme.
Beim letzten Workshop zeigte sich, wie sehr dieses Angebot gebraucht wird:
Nach dem offiziellen Ende wollten viele Teilnehmerinnen den Raum nicht verlassen. Sie standen noch lange zusammen, vertieft in Gespräche, im Austausch, im gegenseitigen Bestärken.

Die Resonanz war durchweg positiv, wie man an den Bildern zum Stimmungsbarometer zu Beginn und zum Ende des Workshops sehen kann. In den Evaluationen der beiden letzten Workshops gaben alle Teilnehmerinnen an, wertvolle Impulse zur Stärkung ihrer psychischen Stabilität erhalten zu haben. Ebenso berichteten alle Befragten, dass die Inhalte ihnen im Alltag konkret helfen werden und dass der Austausch mit anderen Frauen eine wichtige Unterstützung für sie darstellt.
Viele äußerten den Wunsch nach einer Fortsetzung. Dank einer Kooperation mit der VHS Aachen konnte Ende 2025 bereits ein Vertiefungskurs angeboten werden.

Gemeinsam möglich gemacht

Das Projekt wurde ermöglicht durch die Förderung der Commerzbank Stiftung, eine Unterstützung des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Aachen sowie durch das Bistum Aachen, das kostenfrei Räume zur Verfügung stellte und für zwei Workshops eine Kinderbetreuung organisierte. Diese Zusammenarbeit zeigt, was entstehen kann, wenn unterschiedliche Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Wie geht es weiter?

Die große Nachfrage und die berührenden Rückmeldungen bestärken uns darin, das Angebot auszuweiten. Ein weiterer Förderantrag ist gestellt. Wenn dieser bewilligt wird, können ab Oktober 2026 zusätzliche Workshops – auch für andere Geflüchtetengruppen – sowie Vertiefungskurse und Informationsveranstaltungen in Kooperation mit dem Gesundheitskiosk und der VHS stattfinden.

Nun heißt es: Daumen drücken, damit diese wichtige Kraftquelle weiter sprudeln kann. Denn eines hat dieses Projekt eindrucksvoll gezeigt:
Resilienz ist keine abstrakte Theorie. Sie wächst dort, wo Menschen sich verstanden fühlen, Wissen erhalten – und erleben, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht allein sind.

 

 

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